Bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde in Verden sorgte der siebenjährige Holsteiner Sullivan ABN v. Secret-Carpaccio (Anja Nygaard, Dänemark), Stamm 2290, gemeinsam mit seiner Reiterin Nina Verina Braun (GER) für eine starke Leistung. Im Kleinen Finale erreichte das Paar mit 74,729 Prozent den hervorragenden zweiten Platz – und machte sich damit zum Holsteiner des Monats.
Für Nina Verina Braun ist der Erfolg der Höhepunkt einer außergewöhnlichen gemeinsamen Entwicklung. Vor rund zweieinhalb Jahren kam der Wallach, „Sully“ genannt, eher aus einem traurigen Anlass zu ihr. Nach dem unerwarteten Verlust ihres damaligen Erfolgspferdes boten ihr die Besitzer an, den damals fünfjährigen Sullivan zu reiten. „Sully war damals ein eher unscheinbares und schüchternes Pferd, das selbst noch nicht so recht wusste, was in ihm steckt“, erinnert sich Braun.
Mit Geduld, Vertrauen und kontinuierlicher Ausbildung entwickelte sich der Wallach zu einem selbstbewussten und zuverlässigen Partner im Viereck. Seine Entwicklung brachte ihm bei Braun den Spitznamen „Wundertüte“ ein. Dass der zurückhaltende Fünfjährige nur zwei Jahre später bei einer Weltmeisterschaft starten würde, war keineswegs selbstverständlich. Besonders bemerkenswert: Braun ging als Amateurin mit ihrem selbst ausgebildeten Pferd zwischen internationalen Profis an den Start.
Nach dem erfolgreichen WM-Auftritt steht für Sullivan ABN nun eine turnierfreie Zeit an. „Unser übergeordnetes Ziel ist, dass Sully gesund und munter bleibt“, sagt Braun. Ein Start beim Nürnberger Burg-Pokal in der kommenden Saison wäre zwar ein schöner Ausblick, doch das Paar lässt die weitere Entwicklung entspannt auf sich zukommen. Ganz nach dem bisherigen Erfolgsrezept: Schritt für Schritt, ohne Druck und mit viel Vertrauen. Denn in Sullivans „Wundertüte“ steckt offenbar noch einiges.
Foto: Stefan Lafrentz