Holsteiner Verband
Holsteiner Broschüre Holsteiner - Charakter, Charisma, Klasse

Die Grundsätze der Ursprungszucht


 

 

Grundsätze des Verbandes der Züchter des Holsteiner Pferdes e.V.

gemäß Entscheidung 92/353/EWG (Holsteiner Warmblutpferd)

1. Abstammungsaufzeichnung/Angaben im Zuchtbuch (the system for recording pedigrees):
(§ 40 der ZBO des Holsteiner Verbandes)

Angaben zum Pferd:
Name, UELN-Nr, Identifizierung gemäß VO 504/2008, Geschlecht, Deckdatum der Mutter,
Geburtsdatum, Farbe, Abteilung, Bewertung, Nachzucht, Ergebnisse der Leistungsprüfungen
mit Datum und Prüfungsform, Ausstellungsdatum von Zuchtbescheinigungen, Name und
Anschrift des Züchters und Eigentümers, Angaben zu den Eltern, ihre Kennzeichen und mind. 3 Vorfahrengenerationen, soweit vorhanden:

Name, UELN-Nr, Identifizierung gemäß VO 504/2008, Rasse, Geschlecht, Deckdatum der
Mutter, Geburtsdatum, Farbe, Abteilung, Bewertung, Nachzucht, Ergebnisse der Leistungsprüfungen
mit Datum und Prüfungsform, Ausstellungsdatum von Zuchtbescheinigungen,
Name und Anschrift des Züchters und Eigentümers,

2. Definition der Merkmale (the definition of the characteristics of the breed):

(§ 22 und 23 des ZP des Holsteiner Verbandes)

Gezüchtet wird ein rittiges, leistungsbereites und leistungsfähiges Reitpferd, welches vornehmlich
für den Springsport geeignet ist. Seine besonderen Rassemerkmale sind:

• Großrahmigkeit
• Beeinflussung durch Vollblut
• typische Knieaktion der Vordergliedmaßen
• viel Schubkraft aus der Hinterhand im Trabe
• erhabenes und raumgreifendes Galoppiervermögen
• Gesundheit, gute physische und psychische Belastbarkeit
• großes Springvermögen bei entsprechender Technik
• guter Charakter und angenehmes Temperament

3. System der Kennzeichnung und Identifizierung (the system for identifying equidae):

(§ 49 und 53 der ZBO des Holsteiner Verbandes)

Die Kennzeichnung entsprechend der Viehverkehrsverordnung (ViehVerkV, EU-Verordnung
504/2008) erfolgt durch eine möglichst eingehende Beschreibung von Farbe und Abzeichen
der Pferde (Graphik im Pferdepass), durch Vergabe einer Lebensnummer (bei eingetragenen
Hengsten und Stuten auch eines Namens), durch Brennen eines Fohlenbrandes
und/oder einer Nummer und die Injektion eines ISO-Transponders mit 15stelligem Nummerncode
unter Beachtung der in den einzelnen Ländern geltenden gesetzlichen Bestimmungen.

Für jedes beim Verband gemeldete Fohlen, das zur Registrierung und zum Brennen vorgestellt
wird, muss eine DNA-Abstammungsüberprüfung durchgeführt werden.

4. Definition der grundlegenden Zuchtziele (the definition of its basic objectives of selection):

(§ 22 und 23 des ZP des Holsteiner Verbandes)
Rasse: Holsteiner Warmblutpferd
Äußere Erscheinung
Farbe: vorrangig Braune, ausgeschlossen Schecken
Größe (Stm.):

Für Stuten bis zum Geburtsjahr 1994:
Stuten - Eintragung Hauptstammbuch mind. 160 cm
Eintragung Stutbuch mind. 158 cm

Für Stuten ab dem Geburtsjahr 1995:
Prämienstuten mind. 160 cm

Hengste - zur Körung als Junghengst mind. 162 cm
Körung im Alter von mind. 36 Monaten mind. 164 cm
zur Hengstbucheintragung Anforderungen wie zur Körung

Typ: - ein harmonischer, für Reitzwecke - insbesondere den Springsport - geeigneter Körperbau.
- Großrahmigkeit, bei athletischer Erscheinung
- korrekter Körperbau, bei erhabener Haltung und gutem Halsaufsatz
- beeinflusst durch Vollblut
- typischer Geschlechtsausdruck bei Zuchthengste und Zuchtstuten

Bewegungsablauf

- typische Knieaktion der Vordergliedmaßen, dabei viel Schubkraft aus der Hinterhand im Trabe
- Raumgriff im Schritt
- erhabenes und raumgreifendes Galoppiervermögen
- ein vermögendes, elastisches und überlegtes Springen, welches Gelassenheit und Intelligenz erkennen lässt.

Innere Eigenschaften / Leistungsveranlagung / Gesundheit:
- hohe Reiteigenschaften
- Leistungsbereitschaft
- gutartiges Temperament
- außergewöhnliches Springvermögen und -manier
- schnelles Reaktionsvermögen
- Gesundheit, gute physische und psychische Belastbarkeit, natürliche Fruchtbarkeit

Zur Erkennung der Leistungsveranlagung werden bei den Hengsten grundsätzlich im Alter
von drei Jahren oder vor der Zuchtbucheintragung folgende Merkmale überprüft:

- Charakter und Temperament
- Rittigkeit
- Grundgangarten
- Springen

Bei den Stuten sollte die Überprüfung der Leistungsveranlagung im Alter von 3 Jahren erfolgen.

5. Unterteilung des Zuchtbuches in Abschnitte (the division of the stud-book, if there are
different conditions for entering equidae, or if there are different procedures for classifying
equidae entered in the book) und Ahnenreihen (lineages entered in one or more other studbooks, where necessary):

(§ 30, 31 und 35 der ZBO des Holsteiner Verbandes)

Das Zuchtbuch der Rasse Holsteiner Warmblutpferd umfasst für Hengste eine Hauptabteilung
und darüber hinaus eine Besondere Abteilung.

Die Hauptabteilung des Zuchtbuches für Hengste wird folgendermaßen unterteilt:
- Hengstbuch I und
- Hengstbuch II.

Die Besondere Abteilung des Zuchtbuches für Hengste ist das Vorbuch.
Das Zuchtbuch für Stuten, unterteilt nach dem Geburtsjahr der Stuten, umfasst eine Hauptabteilung
und darüber hinaus eine Besondere Abteilung:
Die Hauptabteilung des Zuchtbuches für Stuten, die bis 1994 geboren wurden, wird folgendermaßen unterteilt:
- Hauptstutbuch (H)
- Stutbuch (S)
- Vorbuch I (V 1)

Die Besondere Abteilung des Zuchtbuches für Stuten, die bis 1994 geboren wurden, ist das
Vorbuch II (V2).

Die Hauptabteilung des Zuchtbuches für Stuten, die ab 1995 geboren wurden, wird folgendermaßen unterteilt:
- Zuchtbuch I für Stuten
- Zuchtbuch II für Stuten

Die Besondere Abteilung des Zuchtbuches für Stuten, die ab 1995 geboren wurden, ist das
Vorbuch (VB).

Eintragungsbestimmungen

1. Eintragung in das Hengstbuch I
1.1 Die Eintragung in das Hengstbuch I des Verbandes kann frühestens im dritten Lebensjahr
erfolgen, wenn der betreffende Hengst vom Verband gekört wurde und die Anforderungen
an die Abstammung erfüllt sind. Die endgültige Eintragung in das Hengstbuch I des
Verbandes erfolgt nur, wenn die Anforderungen nach § 26 Ziff. 4.2 - Hengstleistungsprüfung
- erfüllt sind. Bei 3jährigen Hengsten erfolgt die Eintragung vorbehaltlich der Anforderungen
des § 26 Ziff. 4.2 - Hengstleistungsprüfung -.

1.2 Der Vater und der Muttervater müssen eingetragene Hengste der eigenen Zuchtpopulation
(Hengstbuch I) sein. Die weiteren Väter in der mütterlichen Abstammung (3. bis 5.
Generation) müssen gekörte Hengste sein.

- Hengstmütter, die bis 1994 geboren wurden:
müssen in das Hauptstutbuch, die Großmutter und die Urgroßmutter mütterlicherseits müssen
mindestens in das Stutbuch des Verbandes eingetragen sein. Die weiteren Ahnen in der
mütterlichen Abstammung (bis zur 5. Generation) müssen ebenfalls eingetragene Stuten des
Verbandes sein.

- Hengstmütter, die ab 1995 geboren wurden:
müssen in das Zuchtbuch I für Stuten des Verbandes eingetragen sein, mit einer Gesamtnotensumme
von mind. 42 Punkten, wobei die Typnote mind. mit der Note 6 gemäß der Notenskala
(§ 26 Ziff. 2.) beurteilt sein muss und kein Teilmerkmal die Note 4 oder weniger gemäß
der Notenskala (§ 26 Ziff. 2.) aufweisen darf. Das Stockmaß muss mind. 160 cm betragen.
Die Groß- und Urgroßmutter mütterlicherseits muss mind. in das Stutbuch oder in das
Zuchtbuch I für Stuten mit den oben genannten Anforderungen (an eine Hengstmutter geb.
ab 1995) eingetragen sein. Die weiteren Ahnen in der mütterlichen Abstammung (bis zur 5.
Generation) müssen in das Zuchtbuch I des Verbandes eingetragene Stuten sein.

1.3 Der Hengst muss bei einer Körung des Holsteiner Verbandes gemäß § 29 die erforderliche
Benotung erhalten haben. Sein Stockmaß muss 3jährig mindestens 164 cm betragen.
Vollbluthengste erfüllen die Größenanforderung bei einem Stockmaß von mindestens
162 cm.

1.4 In der Hengstleistungsprüfung müssen die Anforderungen gem. § 26 der Satzung
bzw. gem. FN (ZVO § 200 f) erfüllt sein. Es kann kein Hengst in den Zuchteinsatz gelangen,
der nicht mind. die Veranlagungsprüfung nach § 26 Ziff. 4.2.1 erfüllt hat.

1.5 Englische Vollbluthengste erfüllen die Leistungsanforderungen:
- wenn sie in Flachrennen ein Generalausgleichsgewicht (GAG) von 70 kg oder in Hindernisrennen von mindestens 75 kg
- oder mindestens 65 kg in Flachrennen bzw. 70 kg in Hindernisrennen GAG bei mindestens 20 Starts in drei Rennzeiten
- oder die unter Ziff. 1.4 genannten Leistungen erreicht haben.

Angloarabische Vollbluthengste erfüllen die Leistungsanforderung:
wenn sie die HLP im Vergleich mit Reitpferdehengsten abgelegt und bestanden haben.
Die Prüfung gilt als bestanden, wenn ein HLP-ZW in den Bereichen Springen
oder Dressur von mindestens 80 und eine gewichtete Endnote von mindestens 7,0
oder eine dressurbetonte bzw. springbetonte Endnote von 8,0 und besser erreicht
wurden.

1.6 Die Mutter sollte eine der Leistungsprüfungen nach § 26 Ziff. 4.3 mit der Note 7,0
bestanden haben.

1.7 Holsteiner Hengste mit außergewöhnlichem züchterischen Wert, denen auf der
Grundlage eines nach Empfehlung des Zuchtausschusses gefassten Vorstandsbeschlusses
Einsatz im Zuchtprogramm des Verbandes ermöglicht werden soll, müssen
nicht auf einer Körveranstaltung des Verbandes vorgestellt werden. Eine vom Vorstand
beauftragte Kommission, bestehend aus zwei Mitgliedern der Körkommission und dem
Zuchtleiter, benoten das Exterieur des entsprechenden Hengstes und beurteilen seine
Nachzucht am Herkunftsort.

1.8 Fremdbluthengste mit einem für das Holsteiner Pferd außergewöhnlichen züchteri
schen Wert, denen in begrenztem Umfang auf der Grundlage eines nach Empfehlung
des Zuchtausschusses gefassten Vorstandsbeschlusses Einsatz im Zuchtprogramm des
Verbandes ermöglicht werden soll, müssen nicht auf einer Kör- und Anerkennungsveranstaltung
des Verbandes vorgestellt werden (Zuchtversuch). Eine vom Vorstand beauftragte
Kommission, bestehend aus zwei Mitgliedern der Körkommission und dem Zuchtleiter
benotet das Exterieur des entsprechenden Hengstes und beurteilt seine Nachzucht
am Herkunftsort.

Der Zuchteinsatz solch ausgewählter Hengste erfolgt auf der Grundlage des Einsatzes von
Vollbluthengsten in der Holsteiner Population, d.h., dass ein solcher Hengst in den ersten
beiden Deckeinsatzjahren jeweils für max. 80 Stuten/Jahr zugelassen ist. Nach 4 Jahren des
Zuchteinsatzes endet gemäß § 23 Ziff. 2.2 der Zuchtversuch.

1.9 Im Übrigen müssen Hengste mit einer Fremdblutabstammung (nach § 23, Ziff. 2.1.2),
denen der Zuchteinsatz im Zuchtprogramm des Verbandes ermöglicht werden soll (Zuchtversuch),
die folgenden Bestimmungen erfüllen.

Zum Zuchteinsatz sollen nur geeignete Hengste kommen, deren züchterischer Wert als weit
überdurchschnittlich angesehen wird und deren Vererbung eine positive Beeinflussung der
Holsteiner Population erwarten lässt.

Damit nicht der Reinzuchtgrundsatz der Holsteiner Zucht gefährdet ist, sollten ca. 5 % der
Stutenpopulation durch solche Fremdbluthengste bedeckt/besamt werden.

Folgende Grundsätze sind vor dem Zuchteinsatz zu beachten:
- der Hengst muss eine HLP (mind. 30-Tagetest) nach deutschem Standard (ZVO) mit überdurchschnittlichem Ergebnis abgelegt haben,
- bei der Abstammung des Hengstes soll die französische Blutführung besondere Beachtung finden,
- Der Hengsteigentümer hat einen Zulassungsantrag mit den entsprechenden Unterlagen an den Vorstand zu richten.

Der Zuchteinsatz solch ausgewählter Hengste erfolgt auf der Grundlage des Einsatzes von
Vollbluthengsten in der Holsteiner Population, d.h., dass ein solcher Hengst in den ersten
beiden Deckeinsatzjahren jeweils für max. 80 Stuten/Jahr zugelassen ist. Nach 4 Jahren des
Zuchteinsatzes endet gemäß § 23 Ziff. 2.2 der Zuchtversuch.

1.10 Junghengste mit einem Abstammungsnachweis des Graenseegnens Holstener Hesteavlsforening
(DK Holsteiner Grenzlandvereinigung) können bei Erfüllung folgender Voraussetzungen
zur Körung des Verbandes der Züchter des Holsteiner Pferdes e.V. in Elmshorn
vorgestellt werden:
- Der Vater muss in das Hengstbuch I des Verbandes der Züchter des Holsteiner Pferdes e.V. eingetragen sein.
- Die Mütter müssen bis zur 5. Generation bei der DK Holsteiner Grenzlandvereinigung eingetragene Stuten sein und von einem in das Hengstbuch I des Verbandes der
Züchter des Holsteiner Pferdes e.V. eingetragenen Hengst bis zur 5. Generation abstammen.
- Der Eigentümer des Hengstes muss einen Antrag auf Körzulassung an den Vorstand
des Verbandes der Züchter des Holsteiner Pferdes e.V. richten.

2. Eintragung in das Hengstbuch II

Eingetragen werden auf schriftlichen Antrag des Eigentümers alle 3jährigen und älteren
Hengste, die über eine festgestellte Holsteiner Abstammung verfügen und nach den Regeln
des Zuchtbuches identifiziert worden sind, d.h. der Vater und die Mutter des Hengstes müssen
in die Hauptabteilung des Zuchtbuches (§ 30) eingetragen sein.
Darüber hinaus können Nachkommen von in der besonderen Abteilung (Vorbuch) geführten
Zuchtpferden eingetragen werden,
• wenn die Vorbuch-Vorfahren über zwei Generationen mit Zuchtpferden aus der Hauptabteilung angepaart wurden und
• diese zur Überprüfung der Identität vorgestellt wurden und
• diese bei der Bewertung der äußeren Erscheinung nach § 26 Ziff. 2.1.1
(I. Exterieur, II. Bewegungsablauf) in jedem der sieben Teilkriterien gemäß
der Notenskala (§ 26 Ziff. 2.) mindestens mit der Note 5 und der Typ
mindestens mit der Note 6 bewertet worden sind. Die Durchschnittsnote muss
mindestens 6,0 sein.

3. Eintragung in die besondere Abteilung (Vorbuch) für Hengste

Eingetragen werden auf schriftlichen Antrag des Eigentümers alle 3jährigen und älteren
Hengste, die im Typ des Holsteiner Warmblutpferdes stehen, jedoch nicht in das Hengstbuch
I und II eingetragen werden können. Die Hengste müssen zur Überprüfung der Identität vorgestellt
werden und bei der Bewertung der äußeren Erscheinung nach § 26 Ziff. 2.1.1 (I. Exterieur,
II. Bewegungsablauf) mindestens eine Gesamtnote von 5,0 erreichen.

4. Eintragung von Stuten, die bis 1994 geboren wurden:

4.1 Hauptstutbuch (H)

4.1.1 In das Hauptstutbuch werden 3jährige und ältere Stuten eingetragen. Voraussetzung
für diese Eintragung ist:

4.1.1.1 Die Mutter muss in das Hauptstutbuch oder Stutbuch des Holsteiner Verbandes eingetragen
sein. Die Großmutter mütterlicherseits muss in eine Abteilung des Zuchtbuches (H,
S oder Vorregister) beim Holsteiner Verband eingetragen sein. Der Vater sowie die Väter der
Mutter, der Großmutter und der Urgroßmutter mütterlicherseits müssen im Hengstbuch I des
Verbandes eingetragen sein (4 Generationen Abstammung).

4.1.1.1 Die äußere Erscheinung muss gem. § 26 Ziff. 2.2 in jedem der sieben Teilkriterien
gemäß der Notenskala (§ 26 Ziff. 2.) mindestens mit der Note 5 und der Typ mindestens mit
der Note 6 bewertet worden sein. Die Notensumme muss mindestens 42 Punkte betragen.

4.1.1.2 Die Erfassung von Stockmaß, Brustumfang und Röhrbeinumfang, wobei das Mindeststockmaß
160 cm betragen muss.

4.2 Stutbuch (S)

4.2.1 In das Stutbuch werden 3-jährige und ältere Stuten eingetragen. Voraussetzung für
diese Eintragung ist:

4.2.1.1 Die Mutter muss im Hauptstutbuch, Stutbuch oder Vorbuch I des Holsteiner Verbandes
eingetragen sein. Der Vater sowie die Väter der Mutter, der Großmutter und der Urgroßmutter
mütterlicherseits müssen im Hengstbuch I des Verbandes eingetragen sein (4
Generationen Abstammung).

4.2.1.1 Die äußere Erscheinung muss nach § 26 Ziff. 2.2 in jedem der sieben Teilkriterien
gemäß der Notenskala (§ 26 Ziff. 2.) mindestens mit der Note 4 und der Typ mindestens mit
der Note 5 bewertet worden sein. Die Notensumme muss mindestens 35 Punkte betragen.

4.2.1.2 Die Erfassung von Stockmaß, Brustumfang und Röhrbeinumfang, wobei das Mindeststockmaß
158 cm betragen muss.

4.3 Vorbuch I (V 1)

4.3.1 In das Vorbuch I werden 3-jährige und ältere Stuten eingetragen. Voraussetzung für
diese Eintragung ist:

4.3.1.1 Der Vater und die Mutter müssen in die Hauptabteilung des Verbandes eingetragen
sein und eine nach den Regeln des Zuchtbuches festgestellte Abstammung haben und entsprechend
des Zuchtbuches identifiziert worden sein.

4.3.1.2 Die äußere Erscheinung muss nach § 26 Ziff. 2.2 in jedem der sieben Teilkriterien
gemäß der Notenskala (§ 26 Ziff. 2.) mindestens mit der Note 4 und der Typ mindestens mit
der Note 5 bewertet worden sein.

4.3.1.3 Darüber hinaus können Nachkommen von im Vorbuch II registrierten Zuchtpferden
eingetragen werden,
• wenn die Vorbuch II-Vorfahren über zwei Generationen mit Zuchtpferden aus
der Hauptabteilung angepaart wurden und
• diese in der Bewertung der äußeren Erscheinung nach § 26 Ziff. 2.2 in jedem
der sieben Teilkriterien gemäß der Notenskala (§ 26 Ziff. 2.) mindestens mit der Note 4 und
der Typ mindestens mit der Note 5 bewertet worden sind.
Wobei Stockmaß, Brustumfang und Röhrbeinumfang erfasst werden müssen und das Mindeststockmaß
158 cm betragen muss.

4.4 Vorbuch II (V 2)
Es werden 3-jährige und ältere Stuten eingetragen, die im Typ des Holsteiner Warmblutpfer6
des stehen, jedoch nicht in eines der vorstehenden Bücher eingetragen werden können. Die
Stuten müssen zur Überprüfung der Identität vorgestellt werden und bei der Bewertung der
äußeren Erscheinung nach § 26 Ziff. 2.2 in jedem der sieben Teilkriterien gemäß der Notenskala
(§ 26 Ziff. 2.) mindestens mit der Note 4 und der Typ mindestens mit der Note 5 bewertet
worden sein.

5 Eintragung von Stuten, die ab 1995 geboren wurden


5.1 Zuchtbuch I für Stuten (ZB I)

5.1.1 In das Zuchtbuch I für Stuten werden alle 3jährig und älteren Stuten eingetragen, die
1995 und später geboren wurden. Voraussetzung für die Eintragung ist:

5.1.1.1 Der Vater sowie die Väter der Mutter, Großmutter und der Urgroßmutter mütterlicherseits
müssen in das Hengstbuch I des Verbandes eingetragen sein. Für Hengstmütter gelten
die Bestimmungen in § 31 Ziff. 1.2.

5.1.1.2 Die äußere Erscheinung muss gem. § 26 Ziff. 2.2 mit 7 Teilkriterien beurteilt werden.
Entsprechend ihrer Qualität können die Stuten nach § 28 eine Auszeichnung (Bezirksprämie/
Verbandsprämie/Staatsprämie) erhalten.

5.1.1.3 Die Erfassung des Stockmaßes

5.2 Zuchtbuch II für Stuten (ZB II)

5.2.1 In das Zuchtbuch II für Stuten werden 3jährige und ältere Stuten eingetragen, die
folgende Voraussetzungen erfüllen:

5.2.1.1 Der Vater und die Mutter der Stute müssen in die Hauptabteilung des Zuchtbuches
des Holsteiner Verbandes eingetragen sein und eine nach den Regeln des Zuchtbuches
festgestellte Abstammung haben und entsprechend des Zuchtbuches identifiziert worden
sein.
Darüber hinaus können Nachkommen von im Vorbuch registrierten Zuchtpferden eingetragen
werden,
• wenn die Vorbuch-Vorfahren über zwei Generationen mit Zuchtpferden aus der
Hauptabteilung angepaart wurden und
• diese in der Bewertung der äußeren Erscheinung nach § 26 Ziff. 2.2 in jedem der
sieben Teilkriterien gemäß der Notenskala (§ 26 Ziff. 2.) mindestens mit der Note 5 und der
Typ mindestens mit der Note 6 bewertet worden sind. Die Notensumme muss mindestens
42 Punkte betragen.

5.3 Vorbuch für Stuten (VB)
Es werden 3jährige und ältere Stuten eingetragen, die im Typ des Holsteiner Warmblutpferdes
stehen, jedoch nicht in die Zuchtbücher I und II (ZB I und ZB II) für Stuten des Verbandes
(§ 35 Ziff. 4.1 und 4.2) eingetragen werden können. Die Stuten müssen zur Überprüfung
der Identität vorgestellt werden und bei der Bewertung der äußeren Erscheinung nach § 26
Ziff. 2.2 in jedem der sieben Teilkriterien gemäß der Notenskala (§ 26 Ziff. 2.) mindestens mit
der Note 4 und der Typ mindestens mit der Note 5 bewertet worden sein. Die Notensumme
muss mindestens 35 Punkte betragen.

6. Ahnenreihe, Grundsätze für die Zulassung von Veredlerrassen
(§ 23, 24, 25 und 31 der ZBO des Holsteiner Verbandes)

Die Rassemerkmale werden mit der Methode der Reinzucht erhalten, d.h., dass vorrangig
Holsteiner Hengste und Stuten am Zuchtprogramm teilnehmen. Die Hereinnahme von Genen
aus anderen Populationen, die zur Förderung des Zuchtzieles bei Erhalt der Rassemerkmale
dienlich sind, ist nicht ausgeschlossen.

Genealogische Merkmale: Das Holsteiner Pferd verfügt über Abstammungsmerkmale, die
eine Linienzucht kennzeichnen:

- Konzentration auf bestimmte Hengstlinien, welche die Leistungseigenschaften der Rasse
festigen und vererben.

Das Holsteiner Pferd verfügt über Stutenstammnummern, die bestimmte vererbungsstarke
Leistungsstämme kennzeichnen. Das Holsteiner Pferd verfügt in der Abstammung über Veredlergene
aus der englischen Vollblutzucht und der französischen Warmblutzucht.

6.1 Veredlerrassen

Bei den Veredlerhengsten unterscheiden wir zwischen Rassen, die zur Erhöhung des
Vollblutanteils (§ 23 Ziff. 2.1.1) und/oder zur Verbesserung von Leistungseigenschaften insbesondere
der Springleistung (§ 23 Ziff. 2.1.2) in der Holsteiner Zucht eingesetzt werden.

6.1.1 Veredlerrassen zur Erhöhung des Vollblutanteils

- Englischer Vollblüter (xx)
- Anglo Arabischer Vollblüter (x)
Diese beiden Veredlerrassen können in der Holsteiner Zucht Einsatz finden, wenn sie die
genealogischen Anforderungen des jeweiligen Rassestandards und die Leistungsvoraussetzungen
nach § 31 Ziff. 1.5 sowie die Kriterien der Exterieuranforderungen der Körung nach §
29 Ziff. 4.2 erfüllen. In den ersten beiden Zuchteinsatzjahren sollen die Veredlerhengste für
max. 80 Stuten/Jahr zugelassen sein.

6.1.2 Veredlerrassen zur Verbesserung von Leistungseigenschaften

- Französische Warmblüter (SF)
Die Rasse kann in der Holsteiner Zucht Einsatz finden, wenn sie die Anforderungen nach §
31 Ziff. 1.8 u. 1.9 erfüllt.
Dabei sollte der jährliche Anteil der Nachkommen dieser Veredlerhengste in der Holsteiner
Population nicht über 10 % liegen.

6.2 Zuchtversuche

Um Gene von bestimmten Leistungsvererbern anderer Warmblutpopulationen mit außergewöhnlichen
sportlichen Leistungen oder züchterischen Erfolgen für die Weiterentwicklung
des Holsteiner Pferdes zu nutzen, können diese Hengste im Rahmen eines Zuchtversuches
begrenzt zum Einsatz kommen. Dabei muss der Grundsatz der Reinzucht erhalten bleiben.
Es erfolgt eine auf 4 Jahre begrenzte Zulassung aller Zuchtversuchshengste.
Nach Ablauf des Zuchtversuches (4 Jahre) kann der Hengsteigentümer einen Antrag zur
Fortsetzung der Hengstbucheintragung an den Verband richten. Der Vorstand entscheidet
nach Empfehlung des Zuchtausschusses über diesen Antrag.
Der Zuchtversuch hat zum Ziel, diese gewünschten Leistungseigenschaften in der Holsteiner
Zucht über die gekörten Söhne dieser Leistungsvererber (F 1-Generation) zu nutzen. Die
Zulassung der Hengste für den Zuchtversuch wird nach § 31 Ziff. 1.8 u. 1.9 der Satzung geregelt.
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