Holsteiner Verband
Holsteiner Broschüre Holsteiner - Charakter, Charisma, Klasse

Eintragung von Hengsten in das Zuchtbuch

1. Eintragung in das Hengstbuch I
Über die vorläufige Eintragung entscheidet die Körkommission. Die endgültige Eintragung erfolgt durch den Vorstand, nachdem die Leistungsvoraussetzungen gem. § 26 Ziff. 4 erfüllt sind.

1.1 Die Eintragung in das Hengstbuch I des Verbandes kann frühestens im dritten Lebensjahr erfolgen, wenn der betreffende Hengst vom Verband gekört wurde und die Anforderungen an die Abstammung erfüllt sind. Die endgültige Eintragung in das Hengstbuch I des Verbandes erfolgt nur, wenn die Anforderungen nach § 26 Ziff. 4.2 - Hengstleistungsprüfung - erfüllt sind. Bei 3jährigen Hengsten erfolgt die Eintragung vorbehaltlich der Anforderungen des § 26 Ziff. 4.2 - Hengstleistungsprüfung -.

1.2 Der Vater und der Muttervater müssen eingetragene Hengste der eigenen Zuchtpopulation (Hengstbuch I) sein. Die weiteren Väter in der mütterlichen Abstammung (3. bis 5. Generation) müssen gekörte Hengste sein.

  • Hengstmütter, die bis 1994 geboren wurden:
    müssen in das Hauptstutbuch, die Großmutter und die Urgroßmutter mütterlicherseits, müssen mindestens in das Stutbuch des Verbandes eingetragen sein. Die weiteren Ahnen in der mütterlichen Abstammung (bis zur 5. Generation) müssen ebenfalls eingetragene Stuten des Verbandes sein.

  • Hengstmütter, die ab 1995 geboren wurden:
    müssen in das Zuchtbuch I für Stuten des Verbandes eingetragen sein, mit einer Gesamtnotensumme von mind. 42 Punkten, wobei die Typnote mind. mit der Note 6 gemäß der Notenskala (§ 26 Ziff. 2.) beurteilt sein muss und kein Teilmerkmal die Note 4 oder weniger gemäß der Notenskala (§ 26 Ziff. 2.) aufweisen darf. Das Stockmaß muss mind. 160 cm betragen.

    Die Groß- und Urgroßmutter mütterlicherseits muss mind. in das Stutbuch oder in das Zuchtbuch I für Stuten mit den oben genannten Anforderungen (an eine Hengstmutter geb. ab 1995) eingetragen sein. Die weiteren Ahnen in der mütterlichen Abstammung (bis zur 5. Generation) müssen in das Zuchtbuch I des Verbandes eingetragene Stuten sein.

1.3 Der Hengst muss bei einer Körung des Holsteiner Verbandes gemäß § 29 die erforderliche Benotung erhalten haben. Sein Stockmaß muss 3jährig mindestens 164 cm betragen. Vollbluthengste erfüllen die Größenanforderung bei einem Stockmaß von mindestens 162 cm.

1.4 In der Hengstleistungsprüfung müssen die Anforderungen gem. § 26 Ziff. 4.2 der Satzung bzw. gem. ZVO (FN) erfüllt sein. Es kann kein Hengst in den Zuchteinsatz gelangen, der diese Anforderungen nicht erfüllt. 3jährige Hengste, die beim Verband gekört wurden, können auf Antrag des Hengsthalters im ersten Deckjahr vorläufig in das Hengstbuch I des Verbandes, auch ohne Eigenleistungsnachweis, für einen begrenzten Zuchteinsatz eingetragen werden. Der Einsatz wird auf eine Decksaison (bis 31.10.) befristet. 4jährige Hengste können nur dann in das Hengstbuch I des Verbandes eingetragen werden, wenn sie erfolgreich in einer stationären Prüfungsanstalt eigenleistungsgeprüft wurden.

1.5 Englische Vollbluthengste erfüllen die Leistungsanforderungen:- wenn sie in Flachrennen ein Generalausgleichsgewicht (GAG) von 70 kg oder in Hindernisrennen von mindestens 75 kg - oder mindestens 65 kg in Flachrennen bzw. 70 kg in Hindernisrennen GAG bei mindestens 20 Starts in drei Rennzeiten
- oder die unter Ziff. 1.4 genannten Leistungen erreicht haben.

Angloarabische Vollbluthengste erfüllen die Leistungsanforderung:
- wenn sie die HLP im Vergleich mit Reitpferdehengsten abgelegt und bestanden haben.

1.6 Die Mutter sollte eine der Leistungsprüfungen nach § 26 Ziff. 4.3 bestanden haben.

1.7 Holsteiner Hengste mit außergewöhnlichem züchterischen Wert, denen auf der Grundlage eines nach Empfehlung des Zuchtausschusses gefassten Vorstandsbeschlusses Einsatz im Zuchtprogramm des Verbandes ermöglicht werden soll, müssen nicht auf einer Körveranstaltung des Verbandes vorgestellt werden. Eine vom Vorstand beauftragte Kommission, bestehend aus zwei Mitgliedern der Körkommission und dem Zuchtleiter, benoten das Exterieur des entsprechenden Hengstes und beurteilen seine Nachzucht am Herkunftsort.

1.8 Fremdbluthengste mit einem für das Holsteiner Pferd außergewöhnlichen züchterischen Wert, denen in begrenztem Umfang auf der Grundlage eines nach Empfehlung des
Zuchtausschusses gefassten Vorstandsbeschlusses Einsatz im Zuchtprogramm des Verbandes ermöglicht werden soll, müssen nicht auf einer Kör- und  Anerkennungsveranstaltung des Verbandes vorgestellt werden (Zuchtversuch). Eine vom Vorstand beauftragte Kommission, bestehend aus zwei Mitgliedern der Körkommission und dem Zuchtleiter benotet das Exterieur des entsprechenden Hengstes und beurteilt seine Nachzucht am Herkunftsort.

Der Zuchteinsatz solch ausgewählter Hengste erfolgt auf der Grundlage des Einsatzes von Vollbluthengsten in der Holsteiner Population, d.h., dass ein solcher Hengst in den
ersten beiden Deckeinsatzjahren jeweils für max. 80 Stuten/Jahr zugelassen ist. Nach 4 Jahren des Zuchteinsatzes endet gemäß § 23 Ziff. 2.2 der Zuchtversuch.

1.9 Im Übrigen müssen Hengste mit einer Fremdblutabstammung (nach § 23, Ziff. 2.1.2), denen der Zuchteinsatz im Zuchtprogramm des Verbandes ermöglicht werden soll
(Zuchtversuch), die folgenden Bestimmungen erfüllen. Zum Zuchteinsatz sollen nur geeignete Hengste kommen, deren züchterischer Wert als weit überdurchschnittlich angesehen wird und deren Vererbung eine positive Beeinflussung der Holsteiner Population erwarten lässt.

Damit nicht der Reinzuchtgrundsatz der Holsteiner Zucht gefährdet ist, sollten ca. 5 % der Stutenpopulation durch solche Fremdbluthengste bedeckt/besamt werden.
Folgende Grundsätze sind vor dem Zuchteinsatz zu beachten:

  • der Hengst muss eine HLP nach deutschem Standard (ZVO) mit überdurchschnittlichem Ergebnis abgelegt haben,
  • bei der Abstammung des Hengstes soll die französische Blutführung besondere Beachtung finden,
  • Der Hengsteigentümer hat einen Zulassungsantrag mit den entsprechenden Unterlagenan den Vorstand zu richten.
Der Zuchteinsatz solch ausgewählter Hengste erfolgt auf der Grundlage des Einsatzes von Vollbluthengsten in der Holsteiner Population, d.h., dass ein solcher Hengst in den
ersten beiden Deckeinsatzjahren jeweils für max. 80 Stuten/Jahr zugelassen ist. Nach 4 Jahren des Zuchteinsatzes endet gemäß § 23 Ziff. 2.2 der Zuchtversuch.

1.10 Junghengste mit einem Abstammungsnachweis des Graenseegnens Holstener Hesteavlsforening (DK Holsteiner Grenzlandvereinigung) können bei Erfüllung folgender Voraussetzungen zur Körung des Verbandes der Züchter des Holsteiner Pferdes e.V. in Elmshorn vorgestellt werden:

  • Der Vater muss in das Hengstbuch I des Verbandes der Züchter des Holsteiner Pferdes e.V. eingetragen sein.
  • Die Mütter müssen bis zur 5. Generation bei der DK Holsteiner Grenzlandvereinigung eingetragene Stuten sein und von einem in das Hengstbuch I des Verbandes der Züchter des Holsteiner Pferdes e.V. eingetragenen Hengst bis zur 5. Generation abstammen.
  • Der Eigentümer des Hengstes muss einen Antrag auf Körzulassung an den Vorstand des Verbandes der Züchter des Holsteiner Pferdes e.V. richten.
2. Eintragung in das Hengstbuch II
Eingetragen werden auf schriftlichen Antrag des Eigentümers alle 3jährigen und älteren Hengste, die über eine festgestellte Holsteiner Abstammung verfügen und nach den Regeln des Zuchtbuches identifiziert worden sind, d.h. der Vater und die Mutter des Hengstes müssen für die Hauptabteilung des Zuchtbuches (§ 30) eintragungsfähig sein.
Die Eintragung nimmt der Zuchtleiter vor.

Darüber hinaus können Nachkommen von in der besonderen Abteilung (Vorbuch) geführten Zuchtpferden eingetragen werden,
  • wenn die Vorbuch-Vorfahren über zwei Generationen mit Zuchtpferden aus der Hauptabteilung angepaart wurden und
  • diese zur Überprüfung der Identität vorgestellt wurden und
  • diese bei der Bewertung der äußeren Erscheinung nach § 26 Ziff. 2.1.1
(I. Exterieur, II. Bewegungsablauf) in jedem der sieben Teilkriterien gemäß der Notenskala (§ 26 Ziff. 2.) mindestens mit der Note 5 und der Typ
mindestens mit der Note 6 bewertet worden sind. Die Durchschnittsnote muss mindestens 6,0 sein.

3. Eintragung in die besondere Abteilung (Vorbuch) für Hengste Eingetragen werden auf schriftlichen Antrag des Eigentümers alle 3jährigen und älteren
Hengste, die im Typ des Deutschen Reitpferdes stehen, jedoch nicht in das Hengstbuch I und II eingetragen werden können. Die Hengste müssen zur Überprüfung der Identität vorgestellt werden und bei der Bewertung der äußeren Erscheinung nach § 26 Ziff. 2.1.1 (I. Exterieur, II. Bewegungsablauf) mindestens eine Gesamtnote von 5,0 erreichen. Die Eintragung nimmt der Zuchtleiter vor.

4. Fortschreibung
4.1 Die Eintragung ist jeweils auf ein Jahr befristet. Die Fortschreibung erfolgt nach den folgenden Bestimmungen.

4.2 Eingetragene Hengste sollen zur Fortschreibung im Hengstbuch bis zum 31.12. des Jahres der Geschäftsstelle, Abteilung Zucht, Kiel, schriftlich gemeldet werden. Die zur Fortschreibung im Hengstbuch I gemeldeten Hengste werden unter Angabe ihrer Station in der kommenden Decksaison in der offiziellen Verbandszeitschrift veröffentlicht. Nicht
termingerecht gemeldete Hengste haben keinen Anspruch auf Veröffentlichung. Falls ein Hengst für das Jahr der Bedeckung nicht fortgeschrieben ist, erhalten seine Nachkommen keine Abstammungsnachweise. Hengste, die im Hengstbuch II fortgeschrieben werden, erfahren keine Veröffentlichung.

4.3 Nach der Meldung zur Fortschreibung erhält der Hengsthalter auf Antrag die Deck-/ Geburtskarten des Verbandes, die vom Züchter zum Zwecke der Anmeldung der Fohlengeburt zu verwenden sind.
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