Holsteiner Verband
Holsteiner Broschüre Holsteiner - Charakter, Charisma, Klasse

Zwei großartige Holsteiner verabschieden sich

2014-06-11
Cellagon Lambrasco und Corradina gehen in den Ruhestand

Der Abschied von einem kleinen "ganz Großen"

Am Samstag Nachmittag ist Cellagon Lambrasco in Hamburg Kl. Flottbek offiziell aus dem Turniersport verabschiedet worden.

Da blieb kein Auge trocken. Tausende von Zuschauern winkten dem „Mops" ein letztes Mal mit weißen Taschentüchern zu als ihn Janne Friederike Meyer noch einmal auf einer Ehrenrunde um den großen Turnierplatz führte. Von nun an darf der kleine „Große" sein Rentnerdasein auf den Koppeln von Jannes Eltern in Nottfeld genießen. Auf den großen Videoleinwänden erinnerten bewegende Einspielungen noch einmal an die großen Erfolge des Achill-Libero-Coriolan-Sohnes aus der Zucht der Zuchtgemeinschaft Bigeng in Borgwedel und seiner Reiterin: die Deutschen Meisterschaften in Balve, wo sie 2011 Dritte und 2013 Zweite in der offenen Wertung wurden, und natürlich den sensationellen Sieg im Großen Preis von Aachen, ein Springen, das zu gewinnen, der große Traum eines jeden Reiters ist. Das Foto über das letzte Hindernis, auf dem Janne Meyer siegesgewiss beide Arme in die Luft streckt, ging durch die ganze Welt.

Unter dem Namen Leon Bi begann der „Mops" unter Andreas Nissen seine Parcourskarriere. Trotz guter Runden beim Bundes- und Landeschampionat war die einhellige Meinung unter den Experten damals: „So ein kleines, dickes Pony brauchen wir nicht" .... Seine ersten S-Springen bestritt Cellagon Lambrasco als Siebenjähriger unter Sven Goggi. „Er war eine liebenswerte kleine „Kampfsau", erinnerte er sich später. Zu jener Zeit war Familie Meyer auf der Suche nach einem Zweitpferd. „Ich habe den Mops das erste Mal bewusst in Altenhof und Groß Wittensee gesehen", erzählt Janne Meyer, die dann mit ihm ihren ersten spektakulären Sieg 2007 im Hamburger Speed-Derby feierte. Ein Jahr später ging Cellagon Lambrasco seine ersten Großen Preise. Und der Mops wuchs mit den Aufgaben. 2009 wurden die Bundestrainer auf das Paar aufmerksam und nominierten sie für erste Nationenpreiseinsätze. U. a. gehörten sie zum siegreichen Team im englischen Hickstead. Ein Jahr erfolgte die Berufung für die Weltreiterspiele in Kentucky. Mit ihrer Nullrunde im zweiten Umlauf des Nationenpreises trugen Janne Meyer und Cellagon Lambrasco maßgeblich zum Gewinn von Mannschaftsgold der deutschen Springreiter bei. Nach den Olympischen Spielen in London 2012, die für die deutschen Springreiter unter keinem glücklichen Stern standen, beschloss Janne Friederike Meyer, Cellagon Lambrasco nicht mehr bei einem internationalen Championat einzusetzen: „Der Mops ist so oft an seinem Limit und darüber gegangen", erklärte sie, „und das will ich ihm nicht mehr zumuten". Im vergangenen Jahr konnten sie sich beim Hamburger Derbyturnier noch einmal an vierter Stelle im Großen Preis (Global Champions Tour) platzieren. Wenige Monate später beendete eine beim CSIO in Dublin zugezogene Sehnenverletzung die Karriere eines Paares, das nicht nur wegen seiner Erfolge in die Annalen der Reitsportgeschichte eingehen wird.

 

Bye Bye Corradina

Corradina, in den vergangenen Jahren eines der besten und erfolgreichsten Springpferde der Welt, hat ihre Turnierlaufbahn beendet.

„Sie war das Pferd meines Lebens", sagte ihr Reiter Carsten-Otto Nagel nach dem mit den Besitzern, der Familie Herz, gemeinsam gefassten Entschluss, die inzwischen 16-jährige Corrado I-Sandro-Tochter aus dem Sport zu verabschieden. Viele große Erfolge hat der Wedeler mit der inzwischen 16-jährigen Schimmelstute feiern können: Mannschaftsgold bei den Weltmeisterschaften in Kentucky 2010 und den Europameisterschaften in Madrid 2009, Manschaftssilber bei den Europameisterschaften in Herning 2013 sowie Einzelsilber bei den Europameisterschaften in Windsor (2009) und Madrid. Corradina und Carsten-Otto Nagel gewannen vor zwei Jahren den Großen Preis von Dublin, 2010 die Großen Preise von Stuttgart und St. Gallen. 2008 und 2013 wurde Carsten-Otto Nagel zum Gesamtsieger der Riders-Tour gekürt. Für Carsten-Otto Nagel war der Gewinn von Mannschaftsgold in Kentucky der größte Erfolg: „ Zum ersten Mal bei Weltreiterspielen dabei, dann gleich ganz oben auf dem Treppchen und Fünfter in der Einzelwertung" sagte er, „das war schon etwas ganz Besonderes.
Die Lebensgewinnsumme von Corradina beläuft sich auf 1,2 Millionen Euro.
Corradina ist bei Professor Dr. Hartwig Schmidt in Borsfleth groß geworden. Sie kommt aus dem Holsteiner Erfolgsstamm 104 a, mit dem seit Jahrzehnten konsequent auf Leistung gezüchtet wird. Auch Corradina soll nun in die Zucht gehen. „Die Hengste stehen schon Schlange", schmunzelt Carsten-Otto Nagel, „aber wir werden uns nun ganz in Ruhe überlegen, für welchen Hengst wir uns entscheiden

 


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